Nach seiner Auflösung im „Dritten Reich“ formierte sich der Deutsche Werkbund in den ersten Nachkriegsjahren neu und löste heftige Diskussionen über Sinn und Ausrichtung einer zeitgemäßen Formgestaltung aus. Mit großer moralischer Verve wurde der Zusammenhang zwischen der Auffassung von guter Architektur bzw. Produktgestaltung und dem Geist der Modernisierung beschworen. „Jede neue Zeit fordert einen neuen Menschen“, im Sprachduktus der zwanziger Jahre erhebt nun Otto Bartning 1950 den alten Anspruch der Moderne an seine eigene Zeit. Gelungene Formgebung war -Metapher für eine gute Lebensgestaltung und eine intakte Gesellschaft. Von der unmittelbaren Nachkriegszeit über die Phase des einsetzenden Wirtschaftswunders und seiner Ideologie der -„Konsumdemokratie“ bis zum Ende der 60er Jahre, der Bildung der Großen Koalition und der Zeit des Protestes gegen das moderne Design nahm der Werkbund unterschiedliche Haltungen ein.

 

Gerda Breuer (Hrsg.):

Softcover mit Schutzumschlag,
320 Seiten
21 x 29,7 cm
Wasmuth Verlag, Tübingen · Berlin, 2007
ISBN 978-3-8030-3207-2